Wie wäre es, wenn Ihnen aus Versehen ein Auto über den Fuss fährt und sie merkten es nicht. Oder wenn Ihre kleine Tochter die Finger auf die heiße Herdplatte legt und sie dabei keinen Schmerz empfindet. Ja, richtig, das wäre nicht gut, überhaupt nicht! Das Phänomen Schmerz hat in der Natur seinen Sinn und ohne die Erfindung von Schmerz würden Sie vermutlich nicht lange leben…
Wissenschaftler wie der Neurologe Antonio Damasio oder der Philosoph Thomas Metzinger beschreiben, wie der Mensch in der Erzeugung von Selbstmodellen Wirklichkeit erfährt, nämlich seine ganz private Wirklichkeit. Die Gesamtheit aller Gefühle, so auch der Schmerz, sind hierbei notwendige Werkzeuge. Geist und Körper kommunizieren miteinander durch die Erzeugung von Gefühlen. Die Somatisierung (Verkörperlichung) mentaler Inhalte ermöglicht es dem Menschen, ein “ICH” zu sein. So ist auch das Fühlen von Schmerz unabdingbar, damit das Wesen “Mensch” wahrhaft und wirklich existent sein kann.
Schmerz ist in dieser Deutung also wirklich sinnvoll!
Literatur: Antonio Damasio, “Ich denke, also bin ich”; Thomas Metzinger, “Subjekt und Selbstmodell”.
